Lebensmittelrecht – AGES

Ein wichtiges Urteil wurde kürzlich vom Landesverwaltungsgericht Oberösterreich unter LVWG-000155/2 FP veröffentlicht. Ausgangspunkt war eine Kennzeichnungsbeanstandung bei einem Müsli, in dessen Zutatenliste die Zutat „Palmfett ungehärtet“ angeführt war. Die AGES erkannte darin eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten und damit eine Irreführung nach dem Lebenslebensmittelgesetz, was unter Umständen auch eine Irreführung nach dem UWG bedeuten kann. In I. Instanz wurde der Beschwerdeführer noch zu einer Geldstrafe, aber auch zum Ersatz der Untersuchungskosten der AGES verurteilt. Das Landesverwaltungsgericht hat den Bescheid gegen Rechtswidrigkeit aufgehoben und festgestellt, dass die Angabe „Palmfett ungehärtet“ durchaus eine zweckdienliche nützliche Information ist und nicht per se zur Irreführung geeignet ist; weiters die Werbung mit Selbstverständlichkeiten eine Hervorhebung von Eigenschaften, die zwingenderweise auch von allen anderen vergleichbaren Produkten erfüllt werden, bedingt; schließlich – und dies ist wesentlich – es keiner Einholung eines Gutachtens bei der „AGES“ bedarf, da die Feststellung einer Irreführungseignung eine bloße Rechtsfrage ist, wofür weder eine Analysetätigkeit noch ein Sachverständigengutachten erforderlich ist. Sohin ist auch ein Gebührenanspruch der AGES nicht überzuwälzen. Schließlich wurde auch festgestellt, dass die AGES im Verwaltungsverfahren keine Parteistellung genießt.

Die Entscheidung ist bedeutend deshalb, da in der Vergangenheit die Behörden regelmäßig für Rechtsfragen Gutachten bei der AGES eingeholt haben, insbesondere auch bei Etikettierungen. Dies ist hinkünftig zu beachten, insbesondere wenn Gebühren der AGES vorgeschrieben werden.

 

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