Empfehlungen für NEM-Hersteller

Die Empfehlung für die Verwendung von Pflanzen und Pflanzenteilen in Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) wurde vom Gesundheitsministerium am 5. August 2016 veröffentlicht.

In der Präambel zu der Empfehlung heißt es:

„Die Verwendung von Pflanzen und Pflanzenteilen als Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten ist im Lebensmittelrecht nicht spezifisch geregelt. Grundsätzlich muss eine Lebensmittelunternehmerin/ein Lebensmittelunternehmer im Rahmen der Sorgfaltspflicht sicherstellen, dass ein Lebensmittel, welches in Verkehr gebracht wird, den allgemeinen lebensmittelrechtlichen Vorschriften entspricht.“

Die Unterkommission Nahrungsergänzungsmittel hat beschlossen, eine bereits in Deutschland in Verwendung befindliche Stoffliste nun auch für Österreich den beteiligten Verkehrskreisen als Orientierungshilfe anzubieten. Diese Stoffliste sei nicht rechtsverbindlich, erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sei für eine Fortschreibung offen.

Das Gesundheitsministerium verweist darauf, dass eine abschließende Beurteilung von Nahrungsergänzungsmitteln, die Pflanzen und Pflanzenteile enthalten, stets einzelfallbezogen zu erfolgen hat. Dabei seien alle relevanten Kriterien zu berücksichtigen, da beispielsweise Extrakte aufgrund der verwendeten Extraktionsmittel oder des Herstellungsverfahrens erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Zusammensetzung oder die ernährungsphysiologischen, pharmakologischen und toxikologischen Eigenschaften aufweisen können.

Die Stoffliste des Bundes und der Bundesländer Kategorie „Pflanzen- und Pflanzen-teile“ finden Sie unter folgendem Link.

Höchstmengenempfehlung für Vitamine und Mineralstoffe

Ebenfalls am 5. August 2016 wurde eine aktualisierte Empfehlung zu Mengen von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln sowie betreffend Toleranzen bei der Beurteilung des Vitamin-undMineralstoffgehaltes veröffentlicht.

Die letzte Version dieser Empfehlung stammte aus dem Jahr 2007; in die aktualisierte Fassung wurden neue Erkenntnisse eingearbeitet.

Auch bei diesem Werk handelt es sich um eine unverbindliche Empfehlung, die den Herstellern von NEM als Orientierung dienen soll. „Wenn sich der Unternehmer an die Empfehlung hält, kann er davon ausgehen, dass er auf der sicheren Seite ist“, erklärt Dr. Amire Mahmood, Juristin im Gesundheitsministerium. Eine Beurteilung von NEM habe weiterhin einzelfallbezogen zu erfolgen.

Nach wie vor fehlt zur Nahrungsergänzungsmittel-Richtlinie der EU, die in Österreich als Nahrungsergänzungsmittel-Verordnung umgesetzt wurde, eine europaweit verbindliche Angabe der Höchstmengen von Vitaminen und Mineralstoffen in NEM.

„Die beteiligten Verkehrskreise haben sich immer gewünscht, dass es für Österreich eine Orientierungshilfe gibt“, so Dr. Mahmood. Aus diesem Grund formulierte die Unterkommission Nahrungsergänzungsmittel die Höchstmengenempfehlung, die nun in aktueller Fassung vorliegt.

„Weiterhin ist es jedoch der Wunsch der österreichischen Behörde, dass auf Unionsebene eine Harmonisierung der Höchstmengen-Empfehlung erreicht wird“, so die Juristin.

Im Vergleich zur Version von 2007 haben sich die Höchstmengenwerte für Vitamine und Mineralstoffe in NEM unterschiedlich verändert – einige wurden erhöht, einige reduziert.

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